BEWEGUNGSMANGEL
Keine Frage, unser digitalisierter Lebensstil hat viele Vorteile. Aber die Kehrseite der Medaille ist, dass wir uns kaum noch bewegen und oft stundenlang in der gleichen Körperposition verharren, während wir auf den Bildschirm unseres Computers oder Smartphones starren. So wird unser Gesamtorganismus nur einseitig belastet, gerät in Schieflage und bekommt zunehmend Schwierigkeiten, lebenswichtige Funktionen aufrechtzuerhalten und gesund zu bleiben. Das heißt: Fehlt die natürliche, abwechslungsreiche Bewegung in unserem Alltag und schaffen wir dafür keinen Ausgleich, kann das viele negative Folgen für unsere Lebensqualität haben: körperliche Beschwerden und Schmerzen.
SITZEN ALS HAUPTPROBLEM
Wir sitzen, sitzen und sitzen! Morgens setzen wir uns ins Auto oder in den Bus, fahren ins Büro, sitzen stundenlang vor dem Computer bevor wir dann am Feierabend wieder ins Auto steigen, nach Hause fahren, uns Essen nach Hause liefern lassen und den Abend auf der Couch vor dem Fernseher verbringen. Bewegung findet nur noch im kleinsten Rahmen statt. Das hat verheerende Folgen auf unseren gesamten Organismus: Die Blutzirkulation verlangsamt sich, die Gefäße verstopfen, Zucker- und Fettstoffwechsel werden träge, Entzündungsprozesse im Körper entstehen, Fettzellen füllen sich und die Muskeln bauen ab. Unser Körper ist für Bewegung geschaffen. Die kommt im Alltag oft leider viel zu kurz.
EINSEITIGE BELASTUNGEN
Unsere Wirbelsäule wird durch das viele Sitzen ganz besonders in Mitleidenschaft gezogen, weil die Belastung zu einseitig und statisch ist. Hinzu kommt: Nicht nur das Sitzen an sich wird zum Problem, sondern die ungünstige Haltung dabei – beispielsweise beim Bedienen unsers Smartphones: Der oberen Rücken wird rund gemacht, der Kopf senkt sich nach unten. Daraus entwickelt sich mit der Zeit ein so genannter „Handy-Nacken“, der zu schmerzhaften Verspannungen führt. Denn ist der Kopf um 45 Grad nach unten gesenkt, entspricht das einer Belastung von über 20 Kilogramm. Dadurch ist die Halswirbelsäule ständig einem übermäßigen Druck ausgesetzt. Die Bänder überdehnen, die Muskeln verspannen und die Durchblutung wird gestört.
Und auch unsere Bandscheiben leiden darunter, wenn die Belastung zu einseitig ist. Denn diese sind fast völlig frei von Gefäßen. Sie ernähren sich ausschließlich über die Aufnahme und Abgabe von Flüssigkeit. Das heißt: Um die Versorgung der Bandscheiben sicherzustellen, muss die Wirbelsäule belastet und bewegt werden. Sowohl eine zu geringe als auch eine zu hohe Belastung führen dazu, dass die Bandscheibe keine Nährstoffe aufnehmen kann und wie ein ausgetrockneter Schwamm porös wird und Elastizität verlieren. In der Folge kann sie ihre Funktion als Stoßdämpfer und bewegliche Verbindung der einzelnen Wirbel nicht mehr erfüllen und wird anfällig für Verletzungen.
MUSKELABBAU & DYSBALANCEN
Fehlt die Bewegung, baut der Körper Muskeln ab. Warum ist das so? Alles, was wir nicht benutzen, will der Körper loswerden, um wertvolle Energie zu sparen. Das gehört zu unserem genetischen Erbe aus längst vergangenen Zeiten, als Nahrung noch nicht im Überfluss verfügbar war. Denn für den Fall, dass das Jagen und Sammeln mal nicht den gewünschten Erfolg brächten, galt es, lange Fastenzeiten zu überstehen – und Muskeln benötigen viel wertvolle Energie. So ist Muskelabbau die natürliche Strategie des Körpers, das eigene Überleben zu sichern und auf schlechte Zeiten vorbereitet zu sein.
Doch nicht nur der Verlust von Muskelmasse ist Ergebnis von zu wenig Bewegung, sondern auch Fehlhaltungen, die zu Verkürzungen der Muskeln und Faszien führen. Dadurch entsteht ein Ungleichgewicht, das die Statik des Körpers in Schieflage bringt, dort „zementiert“ und den Rücken in seiner Funktion stört. Liegt eine solche Störung bereits vor und kommt es nun zu einer falschen oder zu starken Belastung, entstehen Schmerzen. Aus Angst vor weiteren Beschwerden vermeidet der Betroffene fortan Bewegung und nimmt eine Schonhaltung ein. Dadurch wird der Körper schwächer, das Zusammenspiel von Muskeln, Sehnen und Knochen verschlechtert sich, die Koordinationsfähigkeit sinkt. Ein Teufelskreis aus Schmerzen entsteht. Unsere EMS Rückenliege führt genau hierzu eine Anamnese des Status Quo durch, um Dysbalancen und Schwachstellen zu identifizieren und dann auf die Analyse abgestimmt individuell zu trainieren und massieren.
PSYCHISCHE ASPEKTE
Beim Thema Rückenschmerzen sind nicht nur körperliche Faktoren ausschlaggebend – auch psychische Aspekte spielen eine große Rolle. An erster Stelle steht bei den meisten Betroffenen der Stress im Alltag. Unser Leben ist von einer ständigen Erreichbarkeit, vielen Terminen und hohem Leistungsdruck geprägt, sodass der Körper sich rund um die Uhr in einem Alarmzustand befindet.
Großer Termindruck und hohe Leistungsanforderungen im Job können dazu führen, dass acht Stunden am Tag hochkonzentriert und stocksteif in der gleichen Körperposition am Schreibtisch verbracht werden. Dann sind Nacken- und Rückenbeschwerden vorprogrammiert. Denn Stress führt zu einer erhöhten Muskelspannung. Hält das hohe Stresslevel den ganzen Tag über an und findet der Betroffene dann vielleicht auch nachts im Schlaf keine Erholung, entstehen aus der Muskelanspannung Schmerzen.
Deshalb gilt es, sich bewusst zu machen: Der Körper steht im ständigen Austausch mit der Psyche. Jegliche Emotionen wie Stress, Angst, Wut und Trauer spiegeln sich in der Körperhaltung wider. Um Rückenschmerzen vorzubeugen, ist die Wahrnehmung des eigenen Körpers und die Auswirkung von Stress auf die Muskelspannung maßgeblich. Ist dieses Bewusstsein geschaffen, kann der Betroffene die Fähigkeit trainieren, die Muskelspannung selbst zu steuern und diese auch in Zeiten von viel Stress möglichst gering halten.